Das Mekong Delta ist in Südvietnam immer eine Reise wert

Das Mekong Delta ist Vietnams fruchtbarer Süden, ein tropisches Paradies aus schmalen Kanälen, weiten Reisfeldern, gesäumt von Palmenhainen und tropischen Früchten, welche hier ganzjährig gedeihen. Das Delta gehört zu den drei schönsten und beliebtesten Regionen von Vietnam. Fast alle Besucher des südostasiatischen Staates machen mindestens eine Tagesfahrt in den grünen Garten von Vietnam, vor allem auch wegen den gastfreundlichen Einheimischen, welche die Reisenden immer sofort ins Herz schließen und natürlich herzlich willkommen heißen.
An die zwanzig Provinzen machen das südvietnamesische Mekong Delta aus, welches in zwei große Regionen, das Untere und das Obere Delta, geteilt werden kann. Am Lauf des Oberen Mekong, den Provinzen Tien Giang, Tra Vinh, Ben Tre und Teile von Vinh Longs finden sich urban geprägte Lebensweisen, welche allesamt herrliche Möglichkeiten für einen entspannten Aufenthalt bieten. Die Nähe zur alten Hauptstadt Saigon, dem modernen Ho Chi Minh, bedingt eine ländliche Idylle mit einem stark städtisch geprägten Einfluss. My Tho, die Hauptstadt von Tien Giang, ist ein beliebtes Ausflugsziel der städtischen Mittelschicht von Saigon, aber auch für Vietnamreisende mit wenig Zeit, stellt My Tho ein tolles Tagesreiseziel dar. Innerhalb von zwei Stunden Fahrt ist man am Ziel angekommen und kann das urban geprägte Leben der Mekongbewohner erkunden. Das Leben in My Tho dreht sich nicht nur um den Fluss, sondern es findet auch auf und in ihm statt.
Gekocht wird am Ufer und gegessen im Vorgarten. Dusche, Bad und Spülmaschine werden vom Wasser des Mekong ersetzt (neue Studien belegen übrigens, dass das Wasser des Flusses keineswegs unsauber ist). Reisende sollten aber doch besser einen Spaziergang durch die Obstgärten machen, die das Mekong Delta ausmachen. Hier blühen die schönsten Orchideen und wachsen die exotischsten Früchte. Frische Mangos lassen sich einfach pflücken, saftige Ananas und Kokosnüsse in vielen Varianten erschmecken. Wussten Sie, dass es 120 Bananensorten gibt? Alle werden Sie sicher nicht genießen können. Aber auch Rambutan, Lychee und Sternfrüchte sind ein herrlicher Genuss bei tropischem Wetter. Die zweite Region des Deltas ist die des Unteren Mekong oder Hau Giang und umfasst die Provinzen An Giang, Hau Giang, Soc Trang und Bac Lieu. Can Tho ist der beliebteste Ausgangsort am Unteren Mekong. Die kleine Stadt bietet Reisen in alle anderen Zentren des Deltas sowie auch Flugtransfers nach Phu Quoc oder Hue an.
Der Untere Mekong ist in vielen Teilen noch sehr traditionell und kaum touristisch erschlossen. Hier leben noch viele Khmer, die einst die Herrscher des Mekong Deltas gewesen sind. Ihre prächtigen buddhistischen Tempel unterscheiden sich deutlich von den zwar farbenfrohen, aber doch schlichten vietnamesischen Tempeln. Im Süden finden sich dichte Palmenwälder. Der Norden des Gebietes ist gekennzeichnet durch riesige Reisfelder, aber auch viel Kultur. Von hier aus wurde das Gebiet im 17ten Jahrhundert für Vietnam erschlossen. Viele Tempel finden sich hier, geschichtliche Stätten und traditionelle Architektur. Zu den beliebtesten Aktivitäten gehört sicher der Ausflug zu den Schwimmenden Märkten, wie dem in Cai Rang, Phong Dien oder dem Phong Hiep. Früher kaufte die Hausfrau auf den Schwimmenden Märkten täglich morgens ein, heute beliefern die Märkte den Handel in ganz Vietnam. Den alten Flair haben die Märkte dabei aber nicht verloren.
Viele Stadtteile von Can Thos sind beispielsweise immer noch nicht per Auto erreichbar und können nur per Fähre oder Motorrad erreicht werden. So hat das Leben auf dem Fluss auch im 21ten Jahrhundert nicht an Bedeutung verloren. Reisen ins Mekong Delta sind ganzjährig möglich. Während der im Mai einsetzenden Regenzeit ist es warm und es kommt fast täglich ein bis zweimal zu starkem Regen, der aber sehr selten länger als zwei Stunden andauert. Allerdings kann es auch passieren, dass der Regen durchaus mal ein paar Tage anhält. Ab November, obwohl schon Trockenzeit, tritt der Mekong häufig über die Ufer und überschwemmt die nördlichen Provinzen. Auswirkungen haben die Überschwemmungen kaum, lediglich bei Weiterfahrten nach Kambodscha kann es zu Verschiebungen kommen. Alle Reisen ins Mekong Delta lassen sich leicht durchführen, entweder als geführte Tour oder auf eigene Faust.
Busse sind neben privat gemieteten Fahrzeugen die besten Reisemöglichkeiten zwischen Saigon und den einzelnen Städten im Delta. Innerhalb der Städte eignen sich Fahrräder oder auch kleine Motorräder. Preiswerte Unterkünfte ohne viel Service sind ab ca. 5 Euro zu haben. Wenn Sie sich im Urlaub ein wenig mehr Service wünschen, brauchen Sie darauf auch nicht zu verzichten. Die größeren Städte wie Can Tho, Long Xuyen oder My Tho bieten Hotels aller Kategorien an. Wer allerdings nur Kultur bevorzugt, sollte nicht allzu viel erwarten, das Mekong Delta wurde erst ab dem 18ten Jahrhundert dauerhaft besiedelt und hat damit natürlich noch nicht den historischen Charme wie Saigon. Dafür lädt die reiche und exotische Küche die Besucher des Deltas überall zum Probieren ein. Wenn Sie Vietnam wirklich richtig kennenlernen möchten, machen Sie doch eine kleine Rundreise durch Zentralvietnam und bleiben Sie nicht nur lediglich ein oder zwei Tage im Mekong Delta, da diese kurze Zeit den schönen Landschaften nicht gerecht wird.
Unzählige wunderschöne Landschaften, wie zum Beispiel der Bach Ma Nationalpark, machen die Rundreise durch Zentralvietnam zu einem unvergesslichen Erlebnis. Der etwa 22.000 Hektar große Nationalpark wurde im Jahr 1991 gegründet und beherbergt mehrere Vegetationszonen, welche sich gerade mal 20km von der Küste entfernt bis zu den fast 1.500 Meter hohen Bach Ma Bergen erstrecken. Bei schönem Wetter hat man von der Spitze des höchsten Berges einen gigantischen Ausblick. Geografisch gesehen liegt der Bach Ma Naturpark etwa 45 km südöstlich von Hue und 85 km nordwestlich von Hoi An. Im Park gibt es mehrere Wanderwege, die gut zu bewältigen sind, wobei es für die Nationalparkbesucher im internen Besucherzentrum entsprechende Wanderkarten gibt. Auch für die Verpflegung unterwegs ist gesorgt, da man in verschiedene Gasthäuser einkehren kann, die entlang der Wanderwege liegen. Absolut sehenswert ist unter anderem der 200 m hohe Rhododendron Wasserfall, der nur über eine 689 Stufen lange Treppe zu erreichen ist.
Sehr bemerkenswert ist auch die große Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren, welche im Bach Ma Nationalpark beheimatet sind. Besonders vom Aussterben bedrohte Tiere sind im Nationalpark ansässig. Bisher haben Wissenschaftler in diesem vietnamesische Naturpark schon über 1.500 neue unbekannte Tierarten entdeckt. Darunter befinden sich 132 Säugetier, 358 Vögel, 31 Reptilien sowie 21 Froscharten und 57 Fischarten. Die Saolas (Pseudoryx Nghetinhensis) sind ein weniger bekanntes relativ großes Säugetier. Es handelt sich hierbei um ein vietnamesisches Waldrind, was auch Vu Quang Antilope genannt wird und erst im Jahr 1993 entdeckt wurde (Erst im Jahr 1996 gelang es eins dieser vietnamesischen Waldrinder zu fangen und zu fotografieren). Die Vu Quang Antilope ist eines der seltensten Huftiere dieses Planeten. Aber auch Tiger und Leoparden sollen im Nationalpark leben. Gesehen wurden sie im Bach Ma Park allerdings noch nicht.
Neben den Vu Quang Antilopen ist für viele Tierliebhaber primär die asiatische Vogelwelt von Interesse. Bei den Vogelarten kann der Perlenpfau (Rheinardia Ocellata) und Silberfasan (Lophura Nycthemera Beli) besonders häufig beobachtet werden. Weniger oft ist der Edwardsfasan (Lophura Edwards) anzutreffen. Ebenso interessant wie die asiatische Vogelwelt, ist die Tatsache, dass der Bach Ma Nationalpark noch Primaten beherbergt. Unter anderem gibt es hier neun bekannte Arten von Primaten, wobei der Macaques, der Langurs wie auch der Loris und der weißgecheckte Gibbon, die wohl bekanntesten sind. Die wohl außergewöhnlichste Primatenart ist der rotschenkelige Douc Langur. Im diesem Naturpark gibt es also viel zu entdecken und sollte dabei ein Tagesausflug nicht reichen, so kann man hier auch in einem der ansässigen Hotels übernachten …
Mekong Delta © MasterLu & Sergey Kohl (Fotolia)